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zu A-B-C Etuden 39.17

Das würde ein ergebnisoffenes Wochenende werden. Aber so was von ergebnisoffen. Postfaktisch gesehen. Schließlich hatten die Kontrahenten einen Ruf zu verlieren. Es war zwar nicht der beste, das war allen klar, aber so war das nun mal.
Er würde sich der Herausforderung trotzdem stellen und bei einem oder einer dieser Quadrartscheißer sein Kreuzchen machen. Soviel Zeit musste sein.

Wortspende von https://wortsonate.wordpress.com 39.17

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Off topic

Heute war ich auf einer Fortbildung. Warm war es da. Sehr warm.

Unter anderem ging es um Methoden. Da wurde uns ein Video vorgestellt. Das hatte zum Thema ein schreckliches Wort mit einem großen ‚A‘.

Aber im Grunde geht es darum, wie man mit Wahrheit umgehen kann. Um Empathie, Einfühlungsvermögen und schlussendlich geht es um Liebe. Wie sieht mein Lebensentwurf aus? Wer bin ich?

Das Video geht so. Gemacht hat es Marie Meimberg.

Manchmal (ernst, bis willi und dazwischen etwas mick)

Manchmal bin ich ein Stein
im kalten, klaren und reißenden Fluß;
manchmal Basalt
und manchmal nur Tuff.

Manchmal bin ich ein Holz.
Eiche, und dufte;
klebe als Fichte
und breche vor Stolz.

Manchmal Musik
die niemand gehört;
und wenn ich mich singe
fühlt man sich verstört.

Manchmal bin ich ein Käfer
der nur auf drei Pötten läuft.
Der klingt dann wie Porsche
auch wenn er fast versäuft.

Oder wie ein Kanister
vollgepumpt mit irgendwas:
nur überlaufen
macht naß.

Nicht schon wieder Stau!

Ein Treffer

Das Buch könnte auch verpaßte Gelegenheiten, displaced Persons oder schilcht Warten zum Titel haben. Denn gewartet wird genug in den Geschichten: auf Leute, auf Gelegenheiten. Und immer sind Hoffnungen und Menschen im Spiel. ….

Nicht schon wieder Stau! war als Joke gedacht. Mein Mitfahrerin brachte es mir, von ihren posturlaublichen Einkaufsbummel mit. Es war ein schöner Urlaub an der See aber dort hatte sie nicht das richtige Gefunden. Ich hatte mir vor dem Spiegel unserer Ferienwohnung – quasi als Resümee der Reise – vorgenommen nie mehr auf bessere Zeiten zu hoffen. Statt dessen sollte alles so genommen werden, wie es war.

Und so kam es denn, daß wir direkt von einem Stau zum nächsten fuhren. So ruhig war ich selten angesichts der erwartbaren Zeitverschwendung. Unsere Verweildauer auf der Bahn verdopplte sich. (Gefühlt war es das vierfache!)

Auf der S.23 las ich später bei John Irving folgenden Satz:
„Die Gefühle am frühen Morgen gehören zu den Illusionen, denen wir uns hingeben müssen, wenn wir je irgendetwas schaffen wollen.“

Die Geschichten waren vielleicht als Entschädigung gedacht, für das was hinter uns lag. Pottendorf war das Ende von allem. Ich habe diesen Ort nie gesehen. Der Name, in Echt war er etwas anders, ich wollte niemandem zu Nahe treten.

So wurde aus Wut Spaß. Auf jeden Fall standen wir in der Nähe dieses Ortes in einer Schlange, mit den anderen von der Autobahn… um zu warten. Nahe der Heimat, auf sog. Schleichwegen ist das besonders schlimm.

„Die Leute lernen in Wirklichkeit nur sehr wenig über sich selbst, als würden sie es in Grunde genießen, sich fortwährend preiszugeben.“ S.36 (Irving)

Gewartet wird immer… und wenn es nur auf den Bus zur Arbeit ist. Solange man das Gefühl hat, es ginge irgenwie weiter, ist noch Hoffnung da; so hält es die Geister scheinbar wach.
Warten trägt dann.

>>Reisen ist eine arge Beschäftigung. Das moderne Unterwegs ist womöglich noch schlimmer als das vergangene. Früher wurde man von unkonzessionierten Räubern überfallen und ausgezogen, und man hatte immerhin das Gefühl, dass einem Unrecht geschähe. Das hat sich geändert<<, so Erich Kästner. Statt Raubüberfällen gibt es heute Flugverspätungen, verlorene Gepäckstücke und verstopfte Straßen. Da kann man froh sein, wenn man überhaupt ans Ziel der Reise kommt. Nicht schon wieder Stau! versammelt wunderschön hinterhältige Reisegeschichten von John Irving, T.C. Boyle, Martin Suter, Doris Dörrie, Anna Gavada und vielen anderen. *

Nicht schon wieder Stau! Hinterhältige Reisegeschichten. Diogenes TB. Zürich 2009. ISBN 978 3 257 23949 2

* Text vom Umschlag hinten, ebenda.

Sterben

Uns streben die Könige weg. Hab ich da eben ’streben‘ geschrieben? Das war mehr als ein Verschreiber, das hat auch was, aber erst nochmal so:

Uns sterben die Könige weg.
Da hat es sich so ein Idol auf dem Thron gemütlich gemacht. Eingerichtet usf.. Dann stirbt das Idol – von jetzt auf gleich.

Für uns ist das immer von jetzt auf gleich, weil wir kaum dabei sind. Und nun?

Von so einem Tod scheinen dann alle etwas zu haben. Die Angehörigen, der Manager… Selbst der Tote.

Nein, in uns stirbt nichts, wir sind nur für eine Weile auch tot. Für einen, mehr oder weniger, kurzen Augenblick teilen wir das Schicksal des Leichnams. Weil mit ihm manchmal ein Stück unseres Lebens dahin geht.

Es ist so endgütig. Aber auch demokratisch: wir wissen nicht wann es passiert und wir wissen nicht wie es passiert. Nur dass es passiert, das könnten wir uns bewußt machen. Tun aber die wenigsten. Wir verdrängen das lieber.

Verständlich, dass man sich da gerne mit dem Tod anderer beschäftigt? Mit dem Tod, nicht mit dem Sterben. Das ist nämlich unappetitlich. Unordentlich auch.

Beim Tod ist das Schlimmste schon überstanden. Der Tod ist immer nachher. Schlimm genug aber nach dem Schock auch etwas entsspannend. Wenn andere stürben – und besonders auch man selbst – sähe das sicher anders aus.
Wir könnten nichts ausser zusehen, zuhören, dasein. Wir müssten es einfach hinnehmen.

Im Grunde werden diese Momente immer übersprungen. Gerne werden sie ignoriert. Wir können es uns nicht wirklich vorstellen, wie das ist. Nicht mehr da zu sein. Einfach weg. Malt man es sich aus, dann will man es ja gar nicht. Im Gegenteil.

Wir wollen leben. Wider besseres Wissen halten wir uns daran fest, weil wir unsterblich sind. Insgeheim.

Spielt sich Zivilisation eigentlich immer dann ab, wenn man sich entscheidet, nicht wenn man entschieden wird? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der König ist tot, es lebe der König!

Februar 2016

„Heute ist ja bei euch geschlossen.“ Eine Unterhaltung, die so beginnt, ist eigentlich keine. Zumindest ist sie problematisch.

Samstag, 6.2.2016

Heute war hier schönes Wetter. Wie gemalt. Meine Wiese war noch zu nass um sie zu begehen. Aber zum Bescheidend der Pflanzen am Carport reichte es. Also ging ich nach draußen und tat diese etwas sinnlose Arbeit. Später machte es mir sogar Spass.

Mein jüngster Sohn kam heraus und half mir. Doch nicht so sinnlos, wie ich dachte. Wir haben etwa Zweihundert Kraniche erst gehört und dann gesehen. Den Pflanzschnitt haben wir dabei auch gut verstaut. (Nur der Ordnung halber.)

Es ist wohl noch ein wenig früh, für die Kraniche. Hoffentlich kommen sie gut dahin, wo sie hinwollen. Ich wünsche ihnen alles Gute. Meinem Sohn und mir wünsche ich das auch.

Heute war ein guter Tag. Mein Tag.

Sonntag, 7.2.2016

Als ich heute morgen aus dem Fenster sah, bekam ich das Versprechen, dass es ein schöner Tag würde. Klar bei so einem Morgenrot.
Jedesmal am Wochenende nehme ich mir vor, länger zu schlafen. Wird es dann hell, hält mich nichts mehr im Bett. Es ist einfach zu schön draußen.

Im Grunde ist es immer dasselbe und doch es ist jedesmal anders: die Stille des neuen Tages, die Natur, alles eben. Der Blick auf die Wiese ist jedesmal der gleiche Blick, und trotzdem hat es sowas.

Heute: die Schneeglöckchen wuseln im Beet herum und geben vor, Schnee gesehen zu haben. Lächerlich, das bisschen. Wahrscheinlich lachen sie mich deshalb so an. Im Wetterbericht versprechen sie uns hier die Ruhe vor dem Sturm.

Gestern habe ich viele Kraniche gesehen. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Es wird also unweigerlich Frühling. Und wir? Wollen wandern. So oder so: das wird mein Tag.

Rosenmontag und Veilchendienstag, 8./9.2.2016

Dieser organisierte Frohsinn ist einfach nicht für mich gemacht. Business as usual, wie jedes Jahr. Wer das nicht aushält, soll in eine andere Richtung gucken. Und ich mache Quatsch, wenn es mir danach ist.

Mittwoch (dieses Mal: Aschermittwoch), 10.2.2016

Ich bin kein Katholik, und ob ich mich als Christ bezeichne, das wird sich noch herausstellen. Immerhin habe ich ein christlich geprägtes Umfeld. So schätze ich den Brauch zu fasten sehr hoch. Ich glaube, Verzicht ist eine gute Übung. …
Dieses Mal will ich – zumindest im privaten Bereich – auf social media verzichten. Mal sehen, was passiert.

Donnerstag, 11.2.2016

Dieses Online-Fasten ist wohl nur halb-echt. Immerhin. Heute: Schulung. Sonst nix.

Freitag, 12.2.2016

Nachmittags: draußen. Gut.

Samstag, 13.2.2016

Lese gerade Maarten ‚t Hart: Das Wüten der ganzen Welt. Komme da nicht so recht rein. Kleinbei geben will ich allerdings noch nicht. Bei dem herrlichen Wetter wollen wir noch in eine Stadt fahren. Bummeln und Bücher im Antiquariat suchen. Mal sehen.

Sonntag, 14.2.2016

Das Wüten der ganzen Welt kommt mir sehr spröde vor. Bei dieser Ausgabe dauerte es ca. 120 Seiten bis ich darin etwas gefunden habe, wo ich meinte, es lohne sich zu lesen. Ich kann noch nicht sagen woran ich es festmache aber es lohnt sich. (Die Bücher aus dem Antiquariat sind erst mal im Regal verstaut.)

Montag, 15.2.2016

„Wenn etwas besonderes erklang, löschte ich das Licht und legte mich aufs Bett. Dann erleuchtete nur das hellgrüne Auge des Radios mein Zimmer…“ ‚t Hart, Das Wüten der ganzen Welt. S 392

Ich fürchte, das mit der Naturwissenschaft, das wird nichts mehr. (Siehe auch: ‚t Hart, Das Wüten der ganzen Welt. S.392f)

Dienstag, 16.2.2016

Kalt. Ich friere. Und trotzdem halte ich daran fest: alles wird gut.

Mittwoch, 17.2.2016

Man muß sich einfach nur etwas anders anziehen. Dem Wetter ist es gleichgültig, ob man friert oder schwitzt.

Sonntag, 21.2.2016

Heute habe ich wohl den Zugang zum Internet wieder hergestellt. O-Ton: „Na endlich.“ (Eingentlich schon Gestern es zog sich.) O-Ton: „Das kannst du doch mal eben machen.“ Es ist eine Pest. Für alles braucht man heutzutage Experten. Nichts geht mehr von selbst. Doch, es ginge von selbst, man sollte „die da“ einfach nur machen lassen. Sich öffnen, nennt man das. Wenn das wenigtens noch ein Abenteuer wäre. Es ist im Grunde immer dasselbe. Langweilig. Das Trivium winkt an allen Ecken und Kanten. Menschen und Technik, dass passt nicht.

Montag, lange her: Der Kneiper, der anderen Wirtschaft hatte es sich, wie so oft, gemütlich gemacht. Vielleicht wollte er an so einem Tag auch mal Gast sein. Am Tresen bekam ich nun folgendes geboten: „Heute ist ja bei euch geschlossen.“ Darauf der Angesprochene: „Das stimmt, wir haben heute zu. Aber irgendwo am Eingang hängt ein Briefkasten. Den findest du schon. Steck doch deine zwanzig Euro für dem Adend da rein. Dann gehst du wieder. Das Bier bekommst du ja überall.“
Ich glaube, es wurde eine Beziehung fürs Leben.

Montag, 22.2.2016

Der Carrier, der mich zu meinem regelmässigen Broterwerb bringt, konfrontierte mich zunehmend mit zwei Fragen: „Is the sky the end?“ und „Will you stay real?“ Man könnte wohl einwenden, dass es sich hier um geschickte Werbung handelt. Dann wären sie ja im nächsten Monat verschwunden. Obsolet sind sie aber deswegen noch lange nicht. Diese Fragen bilden ja nur die Spitze eines Eisberges. Sie wirken.

Nur die harten kommen in den Garten.(trad) Wenn ich mir so meine Wiese bertachte, dann ist geschmeidiges Schwimmen zur Zeit viel wichtiger als Härte.

Ps.: Wenn jetzt jemand auf die Idee verfällt aufs Datum hinzuweisen, dem sei gesagt, dass ich für mein Teil diesen Monat schon ad acta gelegt habe.

Manchmal (so …)

Manchmal bin ich ein Stein
im kalten, klaren und reißenden Fluß;
manchmal Basalt
und manchmal nur Tuff.

Manchmal bin ich ein Holz.
Eiche, und dufte;
klebe als Fichte
und breche vor Stolz.

Manchmal Musik
die niemand gehört;
und wenn ich mich singe
fühlt man sich verstört.

Manchmal bin ich ein Käfer
der nur auf drei Pötten läuft.
Der klingt dann wie Porsche
auch wenn er fast versäuft.

Oder wie ein Kanister
vollgepumpt mit irgendwas:
nur überlaufen
macht naß.

MORITAT VON GERTI, zwo

Da hat mich doch
grad‘ eben noch
der Mond so etwas angelacht.
Tja,
das hat der Mond gemacht.

Luftschlangen und Lampions
schlagen sich ganz heiter tot.
Ich ess‘ dabei ein Schinkenbrot.
Feierabend, trallala
Gerti ist auch wieder da.

Und nun platzt ein
Luftballon;
ja, wen interessiert das schon.
Frohsinn, Ketchup, trallala
alle sind wir wieder da.

Im Damenklo sitzt unterdessen
wir hatten sie schon fast vergessen
einsam eine Frau, ’ne weiche.
Stranguliert hat sich die gleiche
mit den Luftschlangen vom Berti.

Den im Suff sie
doch so störte
weil sie ihn, nun ja, begehrte.
Gerti, Gerti, macht man das?
Versaust uns ja den ganzen Spass!

Noch ’ne Wurst mit Senf und Brot
Feierabend, sowieso.
Morgen sind wir wieder da.
Korn und Bier und Wurst und Brot.
Gerti? Die ist irgendwo …

Ich tu‘ auch nur noch ’nen Schluck
Frohsinn, das geht hier ruck-zuck.
Gottseidank sitzt ja die Gerti
– das war eben die mit Berti –
immer noch im Damenklo.

Ich geh‘ kotzen, anderswo …

Tausendfüßer und Regenwurm

Zeit ist alles was man braucht.

Mist. So sagen die einen.
Hä?! So die anderen.
Mit den Schultern zucken die dritten.

Wenn Menschen mit der Zeit konfrontiert werden, sind sie oft ärgerlich, wütend oder verzweifelt. Manche reagieren zornig, sind aufbrausend. Andere haben vielleicht schon aufgegeben, bleiben scheinbar gelassen. Zeigen sich weise oder haben sich einfach abgefunden.

Natürlich ist Zeit haben leichter als als gedacht und trotzdem ist es schwer es dann doch zu tun. Wir alle glauben ja insgeheim – nur insgeheim – wir glauben also, wir seien unverwundbar und das Leben dauert ewig.

Bemerken wir dann, dass es nicht so ist, sehen wir oft nur noch die Rückleuchten. Wir hadern dann mit dem, was gemeinhin als Schicksal bezeichnet wird.

Dem ist es nämlich vollkommen egal, wie wir Leben. Es hat kein Gewissen. Da geht es nicht um gut und böse. Das sind menschliche Kategorien. Möglich, dass es ein Spiel ist. Die Regeln sind hart und kaum gerecht. Zocker wissen was ich meine.

Leben ist so.
Oder so.
Gerecht ist was anderes.
Dumm gelaufen.

Ein Tausendfüßer überlegte einmal, welches Bein er zuerst.. Genau. Seitdem gibt es den Regenwurm.

Das mit der Zeit sagt sich sehr leicht. Es ist schwer getan. Doch ich glaube, trotz allem, es geht nur so.
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Siehe dazu die guten Artikel Die letzten Worte von guinness44 oder Deine Reise von marga auwald.

Von Tina Dickow habe ich dazu Musik gefunden: So http://www.youtube.com/watch?v=Kkw3R8Qotro oder so http://www.youtube.com/watch?v=Z6ZeqDEHg_M.