Archiv des Autors: mickzwo

Das goldene Ei -2-

Donna Leon hat Gesellschaftsromane geschrieben.

Alles mit Links.

So laß mich
meinen Augenstern ans Herz noch drücken.
Einen Kuss, einen letzten. Welch eine Qual!
*

* Georg Friedrich Händel, GIULIO CESARE, 1.Akt

Und schon rief er sich streng zur Ordnung. Da war er wieder mit seiner Annahme, andere Menschen müssten doch genauso denken wie er; seine Ansichten müssten universelle Geltung haben. Doch was dem einen Nahrung ist, ist dem anderen bitteres Gift – das wußte schon Lukrez: eine Lektion, die Brunetti zeit seines Lebens zu lernen versucht hatte. (S.122)

Brunetti hat gleich zwei neue Anhänger gefunden. Puncetti ein junger, uniformierter Polizist mit schauspielerischen Fähigkeiten und Griffoni, einer etwas dubiosen Commissaria aus dem Süden importiert.

Bei seinem Eintreten sagte Chiara: „Deine Haare sind ganz durcheinander, papà. Komm mal her, ich mach das für dich.“ Sie sprang auf, und Brunetti setzte sich auf ihren Stuhl. Machen: was für ein vielseitiges Wort, dachte er, und wie gut es in diesen…

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Teuflische Sätze

„Jetzt könntest du es dir doch schön machen…“

Was bedeutet so ein Satz? Ich habe genau diesen Satz schon sooft gesagt und doch nie so richtig an ihn geglaubt. Einmal ausgesprochen, spürte ich, dass es mir schlechter ging als vorher.

Liegt es an der persönlichen Anrede? Unsinn!

Vielleicht steht dahinter ein tief gehendes Misstrauen diesem Satz gegenüber. Wenn das stimmt, dann ist das fundamental. Ein Gefühl, ein Abschied auf Raten? Ist das abhängig davon, ob das dem Gegenüber auch so geht? Sicher haben die das oft gemerkt. Öfter als ich, das ist mir auch klar.

Da wo du bist, sollst du bleiben. Und komm mir nur nicht zu nahe.

Ist es die Sicherheit, dass man noch gehen kann? Einfach fortgehen, sich vom Acker machen? Auf jeden Fall ist das auf den ersten Blick kommod.

Das ist so kommod, dass man diese Tatsache selbst nicht glaubt. Bedudelt läuft einer durch’s Bild. Oder dreht sich im Kreis und glaubt tatsächlich voran zu kommen.

Man kommt oft wieder, um sich insgeheim zu vergewissern, dass es noch geht mit diesem Gehen. Das wäre dann Routine. Dann beginnt zwangsläufig alles von Neuem. Man entwickelt so ein Muster und fühlt sich gut dabei. Teuflisch.

Das muss doch heraus zu kriegen sein.

Verstand

Neugierig, nicht gierig.

Fett/Anthrazit Blog

jemand sagt zu mir
‚du verstehst mich‘
und ich versteh’s nicht!
die müdigkeit treibt mir
wasser in die augen
und ich versteh’s nicht!
erfrorenes lächeln
– ich taumle
ich versteh’s nicht!
regen ist warm im herbst
bin ich traurig?
ich versteh’s nicht..

willi (1989/2014)

Nachsatz: Schon merkwürdig. Als ich heute Morgen diese Sätze wieder las, da dachte ich nur: Na super! In dieser Hinsicht keine Änderung. willi! Plötzlich hatte ich den Ausdruck „forever and ever“ im Kopf. Ich wusste sofort, dass es in einem Lied vorkommt. Danach musste ich natürlich suchen. Gefunden habe ich Aretha Franklin. Toll 😉

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Medizin, gute ** (ernst)

Überall ist Theater angesagt.

Stimmt, ich war wirklich irgendwo unterwegs. Auf der Suche nach Werner Enke.

Hilft gegen fast alles:
Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen

Umzingelt von Gefühltheit, ein Trauerspiel.

Und Pottendorf? Lachhaft. Als ob mich so ein Stau bei Bielefeld interessiert.

Ach ja, aus der Nummer komme ich wohl nicht mehr heraus.. ich gebe auch meinen Senf dazu. (Wenn denn die andern zwei mich lassen.)

Und jeder hat so seins: Die Zimmermänner – Die große Sporadische

Gut goan! – Ist westfälisch und bedeutet soviel wie: „Lasst es Euch gut gehen!“

So iss et. Gruß ernst.

** Klekih-petra frei nach Karl May, Winnetou I.

„Sachma, hasdusienochalle?“

War: Traumstunde für den Siebenschläfer
1. Mai 2017

„Sachma, hasdusienochalle?“

– „Wie bitte?“ Für mich sah ernst etwas belustigt aus.

„Nee, wirklich. Du has sie wirklich nich mehr alle“, wurde willi wütend. Doch er schien abzuprallen. „Typisch“, dachte er wohl.

– „Du meinst, ob ich sie nicht alle beisammen hätte?“ So sagte es ernst mit leicht herablassendem Unterton zu willi, und frug: „In welchem Zusammenhang war nochmal die Frage?“ Dabei lächelte ernst gewinnend – wie er meinte.

„Na dat, wat du dem J.W.G. ernsthaft unterstellst, er würde in Hochsprache reden. Auff’em Sterbebett. Und son zeuch. Wat’n Quatsch!“

(Ich wollte noch sagen, das der ernst immerhin den J.W. hat lächeln lassen. Kam aber nicht dazwischen.)

– „Warst du etwa dabei?“ echauffierte sich ernst jetzt. Es kam wie aus der Pistole geschossen. Entweder er hatte die Lage nicht begriffen, oder er legte es darauf an.

(Ich versuchte nochmals zu vermitteln, aber auch das gelang mir wieder nicht.)

„Papperlerlapapp“, sagte willi wie aufs Stichwort. „Sowat macht man einfach nich. So’n Altenmann hochnehmen. Auch wenn dat schon lange her is, sowat gehört sich nich.“

– „Das war doch nur als Beispiel gedacht“, versuchte ernst die Situation noch zu retten. Aber willi war da schon gegangen und ernst machte sich auch davon. (Nicht ganz Zufrieden, wie mir schien.)

Und ich? Musste dringend nachdenken. Über Zukünftiges. Das Unbekannte und Chancen. Beziehungsweise, wie man mit all dem umgeht.

Zukünftiges kann man ja nur vermuten. Darin sind manche ja besonders gut. Andere weniger. Wissen sieht anders aus, auch wenn es uns oft so verkauft wird.

Das Unbekannte kenne ich nicht. Das Wesen des Unbekannten ist ja, dass es nicht bekannt ist. Klingt logisch. Andernfalls wäre es doch bekannt, oder?

Verpasste Chancen liegen mehrheitlich in der Vergangenheit. Erwartete Chancen sind in aller Regel in der Zukunft zu suchen. Beides sollte uns nicht wirklich jucken. Tut es aber in den meisten Fällen.

Besonders die verpassten Chancen liegen dann schwer in der Magengegend. Wäre es da nicht besser, wenn wir uns auf das jetzt Machbare konzentrierten?

Ich blieb übrig. In Gedanken.

„Aus. Sense. Schluß.“ Und an anderer Stelle: „Feierabend.“ *

* Diese Worte habe ich mal bei Janosch gelesen. Es war in der Traumstunde für Siebenschläfer. Sie beschreiben den Zustand ganz gut. (Einen Clip dazu habe ich hier gefunden.)

Das Buch lese ich wieder vor, jetzt den Enkeln:
Janosch: Traumstunde für Siebenschläfer. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1977. Hier: 4. Auflage 1980. ISBN 3 407 80527 6

Danke!

Ey, Musik

So oder so, gute Medizin.

willi beginnt wieder. Und zwar mit Carly Simon. Seinem Lieblingsmenschen würde das gefallen. willi sowieso. Schön.

Der mick kommt wieder mit zwei Liedern daher: Carole King singt It’s Too Late und Alin Coen.(Und Ina Müller legt sich ziemlich ins Zeug!)

ernst ist manchesmal wunderlich. Er hat dieses Mal The Hot Sardines als Vorschlag: Bei Mir Bist Du Schoen.

Laßt es Euch gut gehen!

* Ob die nur spielen wollten oder dezidiert eine Geschichte zu erzählen hatten, Klekih-petra hätte das sicherlich als Gute Medizin bezeichnet. Frei nach Karl May, Winnetou I.

Willemsen, Steinbeck, Beuys und so

Forensiker aller Länder vereinigt euch!

– Haben die doch längst. Die sind auf dem Vormarsch.

Ok. Die Forensiker haben es also fast geschafft? War denn der Steinmeyer auch so einer?

– Den kenne ich nicht. Steinbeck, den kenne ich. Und das war keiner.

Ahh, Du meinst so einen Satz wie: Vielleicht ist ein Begreifen immer erst hinterher möglich. S.120*

Politik ist lustig. Stammt, soweit ich informiert bin, von Josef Beuys. Grandios aber auch kein ausgesprochener Forensiker, obwohl? Nein, eher nicht.

Und wer war jetzt einer, Deiner Meinung nach?

– Roger Willemsen (zum Beispiel). Er beobachtet ein Ehepaar, offensichtlich haben sie sich längst arrangiert. Er sieht den Ehemann an und spürt, was er denkt.
Im Grunde aber, schießt es ihm durch den Kopf, ist es aber noch schlimmer: Wenn das Leben nicht aus Dingen bestünde, die einem das Leben erleichtern sollen und hinter denen man lebenslänglich her ist, man wüsste gar nicht, warum man leben sollte. (S.12)
Dafür könnte ich ihn heute noch drücken, knutschen. So etwas in der Art. (Was er sich – aus gutem Grund – sicherlich verbeten hätte, wir kannten uns doch gar nicht.)

Das Ehepaar hat sich abgefunden und aufgegeben.

– Genau. Und mit solchen Sätzen hantierte der ständig. Willemsen erklärt den Gedanken kaum. Gibt aber die Situation wieder, in der er es fühlte. Das gilt für viele Zusammenhänge. Und Zusammenhänge konnte er sehen. Er seziert, breitet aus, lässt die Leser dann selbst (be)urteilen.

Eine poetische Reportage, so zu sagen.

– Ein anderes Beispiel. Der Heller schrieb einmal: mit welchem tonarm sie diese platte abspielen ist uns scheißegal **

Du bist davon überzeugt, das war ernst gemeint?

– Natürlich war das ernst gemeint.

Du meinst, denen war allesamt wichtig, dass sie sich erst ein mal selbst zurechtfanden. Wenn dabei noch ein paar ihrer Erzeugnisse verkauft wurden, umso besser?

– Man könnte es auch so sagen: Wer je von der Atmosphäre alter Bahnhöfe berührt wurde, auf denen Menschen, noch ganz mit Fremde behangen, ankommen, um ihren ersten Blick auf das Neuland zu werfen, der sieht der Umwandlung dieser sozialen Umschlagplätze von Hoffnung und Elend in Zentren des Erlebnis-Shoppings mit Widerwillen zu. (S.40)

Roger Willemsen: Deutschlandreise Fischer-TB, Fankfurt am Main April 2004. Hier: 12. Auflage 2016

* John Steinbeck: Die Reise mit Charley. Auf der Suche nach Amerika. Wien, 2002. Paul Zolany Verlag. Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von B. Kroeber. (Die Originalausgabe erschien 1962.)
ISBN 3 552 05190 2

** André Heller: Platte (1970). AVRS 9265 St

PS.: Forensik meint hier die Art wie jemand seine Gedanken formuliert. Es ist von einem Qualitätsurteil sehr weit entfernt. Wie überall gibt es solche und solche.

Tom Patty, Zimmermänner und andere Leute

In jedem Fall hilft es.

willi beginnt dieses Mal wieder. Und zwar mit End Of The Line. Schön.

Der mick hat zwei Lieder als Vorschlag: Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Kennst du Werner Enke?. Und ausserdem schlägt er noch Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – It’s OK to love DLDGG vor, weil das eben auch so schön klar, eindringlich, und voll von Lebensfreude ist.

Kaum verwunderlich ist ernst. Er hat dieses Mal die Zimmermänner als Vorschlag: Die große Sporadische (official).

Laßt es Euch gut gehen!

* Ob die nur spielen wollten oder dezidiert eine Geschichte zu erzählen hatten, Klekih-petra hätte das sicherlich als Gute Medizin bezeichnet. Frei nach Karl May, Winnetou I.
Heute ist Tom Patty gestorben. R.I.P.

zu A-B-C Etuden 39.17

Das würde ein ergebnisoffenes Wochenende werden. Aber so was von ergebnisoffen. Postfaktisch gesehen. Schließlich hatten die Kontrahenten einen Ruf zu verlieren. Es war zwar nicht der beste, das war allen klar, aber so war das nun mal.
Er würde sich der Herausforderung trotzdem stellen und bei einem oder einer dieser Quadrartscheißer sein Kreuzchen machen. Soviel Zeit musste sein.

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