Hey, was geht ab Alta

Im März 2017

Heute Morgen beim Frühstück kam es mir ziemlich hell für die Uhrzeit vor.
Aus dem Fenster geschaut. Da sah ich ihn. Und ohne Übergang fiel mir der Witz ein, den mein Vater mir zum Schluss noch geschenkt hat:

Samma, du bis doch Lehrer, oder?
– Ja, das habe ich mal gelernt, so lautete meine Antwort und ich dachte, der Alte will dich noch mal reinlegen.
Dann weißt du doch alles.
– (Der wollte mich wirklich reinlegen.)
Samma, was liegt näher, London oder der Mond?
– London, kam es wie aus der Pistole geschossen. Ich triumphierte.
Du weiß echt nix! Kannse London etwa von hier aus sehen? (Er lächelte zufrieden.)
Kurz darauf starb er, dieser alte, ausgebuffte Fuchs.

der mond
ist ziemlich unbewohnt
erst neulich war ein schreiner dort
enttäuscht zog es ihn wieder fort
auf dem trabanten gibt’s kein holz
was für den schreiner, der mit stolz
sein handwerk übt, den flug nicht lohnt
so bleibt er weiter unbewohnt
der mond

Wieder Vollmond.

Voll fett. (Immer so weiter..)
So ein Vollmond!

Heute war der erste ernstzunehmende Frühlingstag hier. Die Kraniche sind schon lange durch, aber das Wetter war heute einfach wie gemalt. Die Sonne schien als ob es kein Morgen geben würde. Und so ging man in den Garten. Herrlich!

Es ist immer noch März

Heute war schon wieder so ein Tag (und Gestern erst) wie aus dem Bilderbuch. A propos Bilderbuch: Neulich habe ich an das Katalinchen gedacht- die Hauptfgur von Tante Nudel, Onkel Ruhe und Herr Schlau . Das ist ein Buch von Helme Heine. Schon lange her.

Ich weiß nicht, wie oft ich diese Geschichte den Kindern vorgelesen habe. Das Katalinchen hatte wohl auch keine ordentlichen Eltern. Pech, oder Glück. Das ist so, wie mit dem halb vollen oder halb leeren Wasserglas. Ich mochte das Katalinchen wirklich sehr. Es war neugierig, etwas frech und, wie ich fand, einfach gut drauf.

Es probierte alle drei, schön der Reihe nach aus: Es brauchte die Wärme und die Kochkünste von Tante Nudel, genoss die wohltuende Ruhe und Beständigkeit von Onkel Ruhe und liebte es, dem Herrn Schlau zuzuhören, wenn er von seinen Abenteuern erzählte.

Am Ende der Geschichte bemerkte das Katalinchen, dass sie sich gut ergänzten. Es war so frei die drei Kurzerhand zu adoptieren. Und so lebten sie glücklich und zufrieden.

Mehr als dreißig Jahre zurück

Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Bilderbuch den – nunmehr – großen Kindern vorgelesen habe. Ziemlich oft lag es auf dem Bett, wenn ich mal wieder eingeschlafen war. Sie sollten so werden wie das Katalinchen, ohne Furcht, neugierig und auch ein wenig frech. Die Liebe meines Lebens hat eher Die Geschichten vom Franz der Christiane Nöstlinger favorisiert.

Vor zwanzig Jahren kam dann unser Nesthäkchen. Das ist das Beste, was uns jemals passiert ist. Ritter Rost und das Burgfräullein Bö waren da angesagt. Mit ihm wurde dann alles anders, das Nesthäkchen ist sehr analytisch. Und STECKT lief mir dafür einfach einen Tacken zu spät über den Weg. (Wer weiß schon, wozu das gut war.)

Wir sind erwachsen geworden. Und unsere Kinder allmählich auch – auch ohne uns zu fragen… Jedes auf seine Art. Und wir wissen beileibe nicht, wie wir so etwas Gutes – wie diese Kinder – verdient haben. Man kann stolz sein, ohne zu wissen warum.

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5 Gedanken zu „Hey, was geht ab Alta

  1. puzzleblume

    Bücher, die man vorgelesen hat, wirken für beide Seiten nach, das erlebe ich auch bei meinen mittlerweile grossen Kindern.
    Wenn man bestimmte Geisteshaltungen als gelungen verinnerlicht beobachtet, ist das beides: erfreulich und erschreckend zugleich, weil man erst dann die Macht begreift, die einem da mit der Auswahl der Geschichten in den Händen lag, und die doch aus dem Angebot von beiden Kindern ihrem Wesen entsprechend mit völlig unterschiedliche Favoriten individualisiert wurde.
    Außerdem gab es bei uns zwei Vorleser – Vater und Mutter – und das wirkte anscheinend auf die Geschichten zurück, bis hin zu von den Kindern für bestimmte Stimmungen bevorzugte Vortragende.
    Eine Sonderrolle spielten dann noch unserer Vorauswahl nicht entsprechende Bücher, die dennoch vorgelesen wurden, weil Oma und Opa etc. sie nun einmal geschenkt hatten und man sie dann nicht verschwinden ließ, nur weil einem Häschenschule & Co. nicht gefielen.
    Ich empfinde das Vorlesen als eine erstaunliche Lektion, einerseits wegen des tatsächlich meinungsbildenden Wesens durch Intonation und und Erklären, aber auch zur Relativität von Geschriebenem sowie die Aufnahme durch bereits bestehende Charaktere, für Eltern und Kinder gleichermassen,
    Im Nachhinein sehe ich die Wirksamkeit von Kinderbüchern im Vorlesealter deswegen weniger bei der Auswahl von „pädagogisch wertvoll“ Gekennzeichnetem, sondern meine, dass die Erziehung und geistige Bildung viel mehr in der Art und Weise wirkt, wie jegliche Geschichten durch den Vorlesenden vermittelt werden. Indem man sein Kind beim Erleben der Inhalte begleitet, werden Bücher von der Berieselung zur Bereicherung.

    Antwort
    1. mickzwo Autor

      Ich danke Dir für diesen ausführlichen Kommentar. Was Berieselung und was Bereicherung ist, stellt man doch erst im Nachhinein fest. Was zu welcher Kategorie es gehört merkt man erst später und was von Wichtigkeit war, Gott sei dank auch. Zumindest hat man viel zu überlegen.
      Liebe Grüße, mick.

      Antwort
  2. Lo

    Das ist auch wirklich etwas Wunderbares: Kinder zu haben.
    Und wenn diese Kinder, denen wir auch soooo gern vorgelesen haben,
    heute selbst Kinder haben, denen wir wiederum vorlesen,
    ist das eine glückliche Fortsetzung.
    Das ist Glück.

    Antwort
  3. alltagschrott.ch

    Ich erinnere mich mit Wärme an das Vorlesen, das ich als Kind erleben durfte. Auch ich lese gerne mit den Kindern eine Geschichte: das gemeinsame Lachen, Bibbern, Bewundern etc. verbindet.
    Liebe Grüße. Priska

    Antwort

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