So Tage – auch in Bielefeld!

Bielefeld hat etwa die Ausmaße von Palma de Mallorca, der Schönen im Mittelmeer. Niemand käme wohl auf die Idee Bielefeld mit dieser Metroplole zu vergleichen. Warum eigentlich nicht? Bielefeld bietet seinen Bewohnern viele schöne Quatiere, die man zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann. Den üblichen Verkehrsstau hat Palma auch.

Zu Bielefeld gehört neben der Natur im Teuto und den netten Quatieren auch so etwas wie der Bahnhof von Brackwede. Dort kann man sich genau so verloren und deplaziert fühlen, wie in einem schmutzigen Vorort von Palma oder sonst wo auf der Welt. Oder glücklich, dass man Sinne hat, die etwas fühlen. Das eigentlich Internationale ist der Schmutz und die Schönheit. Sie sind Geschwister. Es liegt alles im Betrachter. Der Ort ist dann gleichgültig.
 

es gibt tage, da träum ich mich
in die schmierigste bahnhofskneipe
im westlichen ruhrgebiet
wo mich keiner mehr findet
und keiner mehr sieht
wo kein spruch mehr landet
und kein spruch mehr zieht
dort kaufe ich mir bier
und dünne zigarren
höre dabei die zugansagen

vielleicht
gehe ich später
auf den bahnsteig und
esse ein stinkendes phosphorwürstchen
ich töte -wennderintercitydurchrauscht-
den widerlichen wurstgeschmack
mit reichlich löwensenf
der fahrtwind macht mir gänsehaut …
dahinten wollen zwei abschied nehmen

ich beobachte
wie sie bedacht ihre netten
lügen austauschen und dabei
von einem fuß auf den anderen treten
mich ekelt
die netten lügen wollen gut plaziert sein
darum
wünsche ich den beiden eine
saftige zugverspätung …
und kotze direkt in den abfalleimer
neben dem kiosk – volltreffer!
erleichtert suche ich mir ein taxi
und fahre irgendwohin …

(manchmal reicht mir auch diese autobahnraststätte
bei castrop-rauxel, dann ergibt sich dieses truckstopfeeling,
was auch nicht zu verachten ist,
wenn das kotzen nicht selbsttätig von statten gehen will.)

Nachsatz: An diesem Artikel ist der Titel geändert und ein paar Kleinigkeiten. Sonst nichts. Eine wilde Gans, eine die Mützen faltet, eine die Sätze findet und noch viele andere haben mich an diese Geschichte im westlichen Ruhrgebiet erinnert. Den Nachsatz hier, wurde selbstverständlich auch umgeschrieben. Ich war noch niemals in Castrop-Rauxel. Und schmierige Bahnhofskneipen sollte es nicht mehr geben, jedenfalls hier nicht. Sonst hat sich wohl nichts geändert. Ich danke sehr.

willi (1987/2016)

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