Zwei lesen ein Buch – update

Oft schlafe ich als Rheinländer ein. Nach gewisser Zeit erwache ich als Preusse.

Seltener geht das umgekehrt. Wenn, dann nur unter großen Schwierigkeiten.

Wir finden beide dasselbe Buch gut. Nein, es ist doch nur das Gleiche.

Der Preusse glaubt, man muss das Buch zu Ende lesen. Jetzt noch.

Der Rheinländer denkt sich, die Geschichte ist so gut. Die hält bestimmt ein paar Jahre vor.

Manches mal bin ich als Rheinländer einfach so eingeschlafen und habe Träume genossen.

Als ich erwachte griff fast immer ein Preusse zum Buch. Der hatte zu tun

– wie immer.

Preusse oder Rheinländer.

Preusse oder Rheinländer.

„He“, sagte Bobby, „ihr wißt, das könnte echt schlimmes Zeug sein. Krebserregend oder so.“ – „Nun geil dich mal ab, Alter“, riet ihm der kleine Junge, der als erster heruntergekommen war, während die anderen den Haken losrüttelten, das Seil aufrollten und den Kanister um den Container herum außer Sicht schleppten.*

Den Jungen wird die Information des Älteren zur Altklugheit. Wenn alles zu Müll geworden ist, dann auch die Informationen über Müll; nur das diese nun dessen wertlosestes Genre darstellen.**

Und der Dritte kann das alles nicht verstehen!

Also.

* William Gibson, Biochips, München 1988, S.55ff.
**Zitat nach: Das Müll-System, S. 298

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s