Sterben

Uns streben die Könige weg. Hab ich da eben ’streben‘ geschrieben? Das war mehr als ein Verschreiber, das hat auch was, aber erst nochmal so:

Uns sterben die Könige weg.
Da hat es sich so ein Idol auf dem Thron gemütlich gemacht. Eingerichtet usf.. Dann stirbt das Idol – von jetzt auf gleich.

Für uns ist das immer von jetzt auf gleich, weil wir kaum dabei sind. Und nun?

Von so einem Tod scheinen dann alle etwas zu haben. Die Angehörigen, der Manager… Selbst der Tote.

Nein, in uns stirbt nichts, wir sind nur für eine Weile auch tot. Für einen, mehr oder weniger, kurzen Augenblick teilen wir das Schicksal des Leichnams. Weil mit ihm manchmal ein Stück unseres Lebens dahin geht.

Es ist so endgütig. Aber auch demokratisch: wir wissen nicht wann es passiert und wir wissen nicht wie es passiert. Nur dass es passiert, das könnten wir uns bewußt machen. Tun aber die wenigsten. Wir verdrängen das lieber.

Verständlich, dass man sich da gerne mit dem Tod anderer beschäftigt? Mit dem Tod, nicht mit dem Sterben. Das ist nämlich unappetitlich. Unordentlich auch.

Beim Tod ist das Schlimmste schon überstanden. Der Tod ist immer nachher. Schlimm genug aber nach dem Schock auch etwas entsspannend. Wenn andere stürben – und besonders auch man selbst – sähe das sicher anders aus.
Wir könnten nichts ausser zusehen, zuhören, dasein. Wir müssten es einfach hinnehmen.

Im Grunde werden diese Momente immer übersprungen. Gerne werden sie ignoriert. Wir können es uns nicht wirklich vorstellen, wie das ist. Nicht mehr da zu sein. Einfach weg. Malt man es sich aus, dann will man es ja gar nicht. Im Gegenteil.

Wir wollen leben. Wider besseres Wissen halten wir uns daran fest, weil wir unsterblich sind. Insgeheim.

Spielt sich Zivilisation eigentlich immer dann ab, wenn man sich entscheidet, nicht wenn man entschieden wird? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der König ist tot, es lebe der König!

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