Februar 2016

„Heute ist ja bei euch geschlossen.“ Eine Unterhaltung, die so beginnt, ist eigentlich keine. Zumindest ist sie problematisch.

Samstag, 6.2.2016

Heute war hier schönes Wetter. Wie gemalt. Meine Wiese war noch zu nass um sie zu begehen. Aber zum Bescheidend der Pflanzen am Carport reichte es. Also ging ich nach draußen und tat diese etwas sinnlose Arbeit. Später machte es mir sogar Spass.

Mein jüngster Sohn kam heraus und half mir. Doch nicht so sinnlos, wie ich dachte. Wir haben etwa Zweihundert Kraniche erst gehört und dann gesehen. Den Pflanzschnitt haben wir dabei auch gut verstaut. (Nur der Ordnung halber.)

Es ist wohl noch ein wenig früh, für die Kraniche. Hoffentlich kommen sie gut dahin, wo sie hinwollen. Ich wünsche ihnen alles Gute. Meinem Sohn und mir wünsche ich das auch.

Heute war ein guter Tag. Mein Tag.

Sonntag, 7.2.2016

Als ich heute morgen aus dem Fenster sah, bekam ich das Versprechen, dass es ein schöner Tag würde. Klar bei so einem Morgenrot.
Jedesmal am Wochenende nehme ich mir vor, länger zu schlafen. Wird es dann hell, hält mich nichts mehr im Bett. Es ist einfach zu schön draußen.

Im Grunde ist es immer dasselbe und doch es ist jedesmal anders: die Stille des neuen Tages, die Natur, alles eben. Der Blick auf die Wiese ist jedesmal der gleiche Blick, und trotzdem hat es sowas.

Heute: die Schneeglöckchen wuseln im Beet herum und geben vor, Schnee gesehen zu haben. Lächerlich, das bisschen. Wahrscheinlich lachen sie mich deshalb so an. Im Wetterbericht versprechen sie uns hier die Ruhe vor dem Sturm.

Gestern habe ich viele Kraniche gesehen. Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Es wird also unweigerlich Frühling. Und wir? Wollen wandern. So oder so: das wird mein Tag.

Rosenmontag und Veilchendienstag, 8./9.2.2016

Dieser organisierte Frohsinn ist einfach nicht für mich gemacht. Business as usual, wie jedes Jahr. Wer das nicht aushält, soll in eine andere Richtung gucken. Und ich mache Quatsch, wenn es mir danach ist.

Mittwoch (dieses Mal: Aschermittwoch), 10.2.2016

Ich bin kein Katholik, und ob ich mich als Christ bezeichne, das wird sich noch herausstellen. Immerhin habe ich ein christlich geprägtes Umfeld. So schätze ich den Brauch zu fasten sehr hoch. Ich glaube, Verzicht ist eine gute Übung. …
Dieses Mal will ich – zumindest im privaten Bereich – auf social media verzichten. Mal sehen, was passiert.

Donnerstag, 11.2.2016

Dieses Online-Fasten ist wohl nur halb-echt. Immerhin. Heute: Schulung. Sonst nix.

Freitag, 12.2.2016

Nachmittags: draußen. Gut.

Samstag, 13.2.2016

Lese gerade Maarten ‚t Hart: Das Wüten der ganzen Welt. Komme da nicht so recht rein. Kleinbei geben will ich allerdings noch nicht. Bei dem herrlichen Wetter wollen wir noch in eine Stadt fahren. Bummeln und Bücher im Antiquariat suchen. Mal sehen.

Sonntag, 14.2.2016

Das Wüten der ganzen Welt kommt mir sehr spröde vor. Bei dieser Ausgabe dauerte es ca. 120 Seiten bis ich darin etwas gefunden habe, wo ich meinte, es lohne sich zu lesen. Ich kann noch nicht sagen woran ich es festmache aber es lohnt sich. (Die Bücher aus dem Antiquariat sind erst mal im Regal verstaut.)

Montag, 15.2.2016

„Wenn etwas besonderes erklang, löschte ich das Licht und legte mich aufs Bett. Dann erleuchtete nur das hellgrüne Auge des Radios mein Zimmer…“ ‚t Hart, Das Wüten der ganzen Welt. S 392

Ich fürchte, das mit der Naturwissenschaft, das wird nichts mehr. (Siehe auch: ‚t Hart, Das Wüten der ganzen Welt. S.392f)

Dienstag, 16.2.2016

Kalt. Ich friere. Und trotzdem halte ich daran fest: alles wird gut.

Mittwoch, 17.2.2016

Man muß sich einfach nur etwas anders anziehen. Dem Wetter ist es gleichgültig, ob man friert oder schwitzt.

Sonntag, 21.2.2016

Heute habe ich wohl den Zugang zum Internet wieder hergestellt. O-Ton: „Na endlich.“ (Eingentlich schon Gestern es zog sich.) O-Ton: „Das kannst du doch mal eben machen.“ Es ist eine Pest. Für alles braucht man heutzutage Experten. Nichts geht mehr von selbst. Doch, es ginge von selbst, man sollte „die da“ einfach nur machen lassen. Sich öffnen, nennt man das. Wenn das wenigtens noch ein Abenteuer wäre. Es ist im Grunde immer dasselbe. Langweilig. Das Trivium winkt an allen Ecken und Kanten. Menschen und Technik, dass passt nicht.

Montag, lange her: Der Kneiper, der anderen Wirtschaft hatte es sich, wie so oft, gemütlich gemacht. Vielleicht wollte er an so einem Tag auch mal Gast sein. Am Tresen bekam ich nun folgendes geboten: „Heute ist ja bei euch geschlossen.“ Darauf der Angesprochene: „Das stimmt, wir haben heute zu. Aber irgendwo am Eingang hängt ein Briefkasten. Den findest du schon. Steck doch deine zwanzig Euro für dem Adend da rein. Dann gehst du wieder. Das Bier bekommst du ja überall.“
Ich glaube, es wurde eine Beziehung fürs Leben.

Montag, 22.2.2016

Der Carrier, der mich zu meinem regelmässigen Broterwerb bringt, konfrontierte mich zunehmend mit zwei Fragen: „Is the sky the end?“ und „Will you stay real?“ Man könnte wohl einwenden, dass es sich hier um geschickte Werbung handelt. Dann wären sie ja im nächsten Monat verschwunden. Obsolet sind sie aber deswegen noch lange nicht. Diese Fragen bilden ja nur die Spitze eines Eisberges. Sie wirken.

Nur die harten kommen in den Garten.(trad) Wenn ich mir so meine Wiese bertachte, dann ist geschmeidiges Schwimmen zur Zeit viel wichtiger als Härte.

Ps.: Wenn jetzt jemand auf die Idee verfällt aufs Datum hinzuweisen, dem sei gesagt, dass ich für mein Teil diesen Monat schon ad acta gelegt habe.

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4 Gedanken zu „Februar 2016

  1. maribey

    Eine schöne Beschreibung, die wie ein Fluss eintauchen lässt.
    Du stellst häufig Bücher vor; wäre das hier der Beginn von einem Buch, ich würde weiterlesen.
    Den wunderbaren Gesang der Kraniche den höre ich nun noch gedanklich.

    Antwort

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