Für immer jung

Biologie kann man nicht hintergehen.

Die Windmühlen, die es zu bekämpfen gilt, suchen wir uns selbst.

Die Windmühlen, die es zu bekämpfen gilt, suchen wir uns selbst.

André Heller war sicherlich von Bob Dylan beeinflußt. Wer war das nicht? Mit Dylan habe ich lange nichts anfangen können (wie auch anfangs mit den Stones).

Ich verstand ihn einfach nicht. Sang er für sich oder für ein Publikum? Wenn er für ein Publikum sang, dann bestimmt nicht für eines wie mich.

Es hat mich in der Tat geärgert, dass ich Umwege gehen sollte, um ihn zu verstehen. Ihm schien es egal zu sein. Der war so entrückt.

Nicht einmal für Publikumsbeschimpfung hatte der Zeit. Das war ja auch eine Art von Hinwendung. Aber Negation, Gleichgültigkeit für die Zuschauer? Schon hart.

Den kategorischen Imperativ konnte ich da leichter Verstehen. Also nahm ich erst mal den.

Als ich ein junger Mensch war, wäre ich für so manches in den Kampf gezogen. Nicht weil ich mich schuldig fühlte oder weil ich Deutscher bin. Das war damals schon Unfug und es wird mit der Zeit auch nicht besser.

Mir war schnell klar, ich bin nicht schuldig. Jedenfalls nicht für etwas Vergangenes, wo ich noch zu klein war oder gar noch nicht geboren. Es war wegen dem kategorischen Imperativ. Also Kant.

Ich fühle Verantwortung. Nicht als Deutscher oder so etwas. Verantwortlich bin ich als Mensch. Das ist schon schwer genug und es muss reichen. Ich bin dann doch nicht für irgendein Gespinst in den Kampf gezogen. Imperativ hin oder her. Es gibt nicht nur ’schwarz und weiß‘. Das ist was für ‚Einsteiger‘.

Es ist mitunter ein schwerer Weg, seine eigene Melodie zu finden. Schwieriger ist es dauerhaft gegen das eigene Lied anzusingen. Gerade, wenn man es nicht kennt. Also geht man den aufreibenden Weg. Das ist manchmal umständlich und lästig. Spannend kann das aber auch sein. Es gibt sowieso keine andere Möglichkeit. Nicht auf Dauer.

Oft kann ich Worte ernten: ‚Verwunschenheit‘. * Das ist es, was manche Für immer jung bleiben läßt. Ob von einem introvertierten Dichter in Englisch oder von einem österreichischen Poeten und seinem Freund gesungen. Soetwas kann nicht die Biologie austricksen, so war es auch nie gemeint.

„Die Wirklichkeit ist immer eine Frage der Perspektive.“ Diesen Satz habe ich aus dem herrlichen Buch ‚Der Metzger sieht Rot‘ übernommen. **

Extreme waren mir immer langweilig. Das Dazwischen ist viel interessanter. Meine Lektionen habe ich nicht ohne Mühe gelernt. Ich bin da sicher noch eine Weile mit beschäftigt, denn ich sehe noch kein Ende. Eins aber habe ich für mich bisher herausgefunden: Den Stein der Weisen wird man nicht finden. Zweifelhaftes gibt es jedoch an jeder Ecke. Und da muss ich dann staunen 😉

* Dies Wort habe ich bei Cool Pains gefunden.
** Thomas Raab: Der Metzger sieht Rot, S.308.

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2 Gedanken zu „Für immer jung

  1. Pagophila

    Den Heller hab ich schon mit 15 gehört, dem Dylan bin ich erst dreißig Jahre später begegnet. Hat Dornröschen etwas verpasst, während sie schlief? Ich glaube nicht. (Der Weg auf den Fuji ist lang…)

    Antwort
  2. mickzwo Autor

    Es gibt Tage da denkt man: „Da ist ein Berg, den hast du zu besteigen.“ Plötzlich, wieder, kommt man sich vor, als sei man Teilnehmer einer Rum-Doodle-Expedition. Gott sei Dank ist man ja zu dritt. Oder ist es die Ursache?

    Wenn man gut geschlafen hat, soll man sich hinterher nicht ärgern (trad). Auch so ein Satz der mir mal gesagt wurde und an dem ich lange zu tun hatte. Der Weg auf den Fuji ist in der Tat lang… 😉

    Danke für Deine Anmerkung. „And thanks for all that fish.“ LG, mick

    Antwort

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