Herbst (zwo)

Gemein ist der Herbst.

Gestern war sie noch golden.
Heute hat die Birke eine Glatze.

Überraschung über das Unausweichliche verlangt Kontinuität.
Wachstum wird erwartet.

Wenn der Höhepunkt erreicht ist kommt die Gravitation ins Spiel.
Das wird dann als ungerecht empfunden.

Man mag sie ignorieren, doch sie ist immer da.
Unbegrenzt, läßt sie sich nicht abschalten.

Pracht gaukelt Unendlichkeit vor.
Der Plan wird durchgezogen, eiskalt:

Gestern rekelte sie sich noch golden in der Sonne.
Heute hat die Birke eine Glatze.

Wie gewöhnlich, so ein Herbst.

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7 Gedanken zu „Herbst (zwo)

  1. Pagophila

    Als ich heute durch diese Unmengen von Laub stapfte, dachte ich auch, jetzt hat der Herbst seinen Zenit überschritten. Verfall allerorten. Pracht gaukelt Unendlichkeit vor, das ist wahr, und plötzlich erwischt es einen dann doch eiskalt.

    Antwort
  2. wederwill

    Das Tröstliche an der Unausweichlichkeit der kommenden Winterkälte ist ihre Endlichkeit und diese wird wohl auch die Birke (hoffentlich) über ihre Glatze hinwegtrösten…
    Einen schönen Sonntagabend und einen guten Wochenstart morgen,
    Marlis

    Antwort
  3. Ulli

    unerbittlicher Irrglauben an ewiges Wachstum …

    „wir hören uns nicht mehr zu, das machen wir doch immer so, warum soll ein Fisch noch Wasser trinken, warum machen Dumme Führerschein?“ Geogrette Dee

    Antwort

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