Betrachtung über die Flöte

Alles eine Frage der Phrasierung.*

Eine Flöte die piept öfter. Daher wohl auch der Ausdruck bei dir piepst wohl – immer auch wenn jemand flöten geht. Piepmätze flöten seltener, gehen dafür aber öfter mal flöten. Man sieht, alles in der Welt hat einen Zusammenhang.

Eine Flöte ist hohl und undicht, wegen der Löcher. An dieser Stelle macht sich ein, mir sehr unangenehmer, Gedanke breit: Was ist ein Loch? Ein Loch ist, wenn etwas nicht da ist. Ein Rand darum gehört dazu. Sonst wäre es ja Nichts. Wenn jemand nicht da ist, kann sich – unter Umständen Leere einstellen. Das jedoch ist nicht Nichts.

Also. Eine Flöte kann sehr reizvoll sein, richtig gehandhabt. Ohne Löcher wäre eine Flöte bloß eine Pfeife und als solche nur in der Lage unangenehme Töne zu erzeugen.

Jemandem die Flötentöne beibringen, kann man auch ohne Instrument. Man selbst braucht eigentlich nur Geduld und etwas Einfühlungsvermögen, solange der andere nicht drauf pfeift. Hier wird es jetzt ungereimt. Weil, wenn der nicht drauf pfeift, heißt man ihn dann Pfeifenheinrich. Ich glaube wirklich, es müsste in Wirklichkeit Flötenheinrich heißen.

Das ist sonnenklar, denn man bringt gewöhnlich einem die Flötentöne bei, indem man ihn ständig löchert und so. Auf jeden Fall tanzt der dann nach einer Pfeife. Aua, jetzt habe ich mich doch verfranst. Nun, das werde ich jetzt einfach beiseite legen, für später. Man muss auch mal auf etwas verzichten können!

Viel dringlicher scheint mir hier der Übergang zu willi. Gar nicht so selten nämlich wird so ein Pfeifen- oder Flötenheinrich von Fremden auch willi genannt. Es gibt auch Gegenden, da heißt es jedoch ungeniert Pfeifenheinz oder auch armer Wilhelm.

* Phrasierung, die: …Wie beim Heben und Senken der Stimme, Kürzen und Dehnen von Silben in der Sprache folgen auch in jeglicher Musik nie Töne gleichen Ranges aufeinander. Tonfolgen besitzen immer eine Struktur, z. B. durch Schwerpunkte melodischer, rhythmischer oder harmonischer Art, so dass sich einzelne Tongruppen (Motive) von anderen abgrenzen. …
Zitiert aus https://de.wikipedia.org/wiki/Phrasierung

Nachsatz: Oft geht das tagelang so. Unter uns: Manchmal ganz schön aber auf Dauer auch anstrengend. ernst.

Advertisements

8 Gedanken zu „Betrachtung über die Flöte

  1. saetzebirgit

    Hmmm. Und ich dachte immer, der Heinrich ist nicht der, dem man die Flötentöne beibringt, sondern den man in der Pfeife raucht. Aber mir ist der Pfeifenwilli sympathisch.

    Antwort
    1. mickzwo Autor

      Wer so einem Heinrich die Flötentöne beigebracht hat, kann man ihn anschließend in der Pfeife rauchen. Das Gretchen hat dem Faust nicht die Flötentöne beigebracht, darum verdrückt er sich ja auch mit dem Mephisto, statt bei ihr zu bleiben. Da ist so ein Pfeifenwilli sicherlich sympathischer.

      Antwort
  2. mickzwo Autor

    Wie ernst schon formulierte: Oft geht das tagelang so und auf die Dauer ist es auch anstrengend. Zumal man oft nicht weiß, wo der willi gerade war und wo der noch hinwill. Im Grunde mögen die sich ja, aber es gibt so Tage, da wippt selbst der geduldige ernst nur noch mit dem Kopf. Ich habe es schon mal erlebt, dass der dabei mit den Augen gerollt hat.
    Liebe Grüße, mick.

    Antwort
  3. mickzwo Autor

    Eine gute Pfeife zum Rauchen läßt sich wohl leicht stopfen. Man hat also keine Mühe damit sie zu rauchen. Wenn man jemanden oder etwas „in der Pfeife rauchen kann“ hat man keine Mühe mit ihm, bzw. damit.
    In Ermangelung von Tabak wurde früher alles Mögliche genommen um erste Erfahrungen im Rauchen zu machen. Das schmeckte zwar nicht aber man wußte zu mindest wie so etwas von statten ging. (Vergl. dazu Mark Twain oder frage einfach einen x-beliebeigen Kerl, die sollten so etwas wissen. Vom Hörensagen, versteht sich.)

    Danke für den freundlichen Kommentar. Ich hoffe, die Frage einigermaßen beantwortet zu haben. LG, mick

    Antwort
  4. Ramblingbrother

    Köstlich, köstlich. Als ehemaliger Pfeifenraucher (Stanwell) und Vater eines fussballspielenden Sohnes, stand ich zu oft erbost am Spielfeldrand und winkte dem Schiri mit meiner Pfeife zu. Keine Ahnung, warum der mich des Feldes verwies. Zumal der Pfeifenrauch besser roch als der Schiedsrichter nach getaner Arbeit.

    LG Achim

    Antwort
  5. mickzwo Autor

    Pfeifenrauch duftet selbst in kaltem Zustand besser als ein Schiedsrichter nach getaner Arbeit. Aber solches wollen wir so einem Regelvertreter nicht – auch nicht unter vier Augen – klar machen. Als Vater eines fussballspielenden Sohnes ist es selbstverständlich, parteiisch am Spielfeldrand zu stehen. Wenn man vom Schiri wegen despektierlichen Verhaltens vom Spielfeldrand eleminiert wird, hat man aus allen Wolken zu fallen. Das war es dann. Für den Moment ist alles gut. Das I-tüpfechen des Ganzen ist erreicht, wenn man damit aufhört bevor es dem Sohn peinlich wird. Ansonsten verkehrt sich das Heldenhafte gern mal in das Gegenteil. Da hat timing oberste Priorität. Auch insofern ist der Einsatz der Stanwell wunderbar. Glückwunsch an den Sohn 🙂
    LG mick

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s