So Tage!

(ein Fragment, das sich auf einen Blogbeitrag von Xeniana bezieht. https://xeniana.wordpress.com/2013/12/25/auf-der-suche-nach-einer-herberge/)

Es gibt Tage, da ist man großartig. Man kämpft und scheint alles richtg zu machen. Während dessen: Am anderen Ende der Welt macht sich einer auf den Weg, das alles in Frage zu stellen.

Es ist im Grunde egal, wann er kommt und von wo. Er wird kommen und alles was man tat wird wertlos. Zumindest für diesen Tag. Das nagt. Oft reicht nur eine Bemerkung, eine Geste. Die Welt ist wie sie ist. So.

Man kann nicht alles heilen oder alles richtig machen.
Soll man deswegen aufhören sich zu bemühen? Ich glaube nicht.

In den Unterweisungen zur Ersthilfe taucht immer eine goldene Regel auf: Erst sich selbst sichern, dann helfen.

Jeder, wie er es kann. Die Not, das Sehen, das Ignorieren, das Handeln.
Bettler und das Gewissen. Es gibt Bettler, die gehen ganz spiessig einem Beruf nach, dem Bettlen. Andere tun das aus Verzweifelung. So lassen sich auch Helfer unterscheiden.

Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

Der Zeitpunkt ist gleichgültig. Es ist nichts für Schwache. Nur starke, ausgeruhte Arme können helfen. Andere werden plattgewalzt von ihren Eindrücken.
Hilfe zur Selbsthilfe. Klingt grausam. Ist es auch. Mindestens aber: hart.

Ich glaube, die Welt ist grausam und hart. Mit Tränen in den Augen kann man die Verhältnisse nur über übertapezieren. Man ändert nichts.

„Der Junge hat ja nicht mal einen Platz für seinen Tournister, wie soll er da Hausaufgaben machen?“ Hammer, Nagel, Wand. „So, jetzt hat er einen!“

Der Vater wollte nur seine Ruhe. Wenn er sich schon genötigt sah, ein Gespräch mit einer Amtsperson zu führen, dann wollte er wenigstens noch Profit für sich aus der Situation schlagen.

Da kommt jemand aus einer vollkommen anderen Welt und greift mich an. Lamentiert und versteht nichts. Warum macht er das? Der soll mich gefälligst in Ruhe lassen. Wie schmerzen sich anfühlen, ich weiß es.

Sich beklauen zu lassen oder Läuse zu kriegen, man wird es zu vermeiden versuchen. Es gibt immer Situationen, wo aber gerade das angezeigt ist. Man wird sich das also gründlich überlegen müssen.

Am Ende ist die Zeit jedoch zu kurz dafür. Also muss der Bauch ran. Wenn man fühlt, das es jetzt notwendig ist, dann ist das so.

Der Anblick eines Menschen und die Konfrontation mit Gesetztmäßigkeiten der Märkte beissen sich, von je her. Wahrnehmen kann man das überall, wenn man will. Beides kann man nur aushalten, wenn man stark ist. Schnell ist so eine Situation da.

Da lässt sich nichts vereinbaren. Ignoranz ist ein süsses Gift. Richtig dosiert können Gifte kurzzeitig Linderung verschaffen. Auf Dauer kommt man aus der Nummer nicht heraus. Dann wird schnell alles falsch, was man tut.

Jesus (das ist der, wegen den die Knödel und der Gänsebraten …) und die Bettler (das sind die, die Jesus gern schon mal als Schutzschild benutzten, weil sie was von dem Gänsebraten …) Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst … wie ist das nur gemeint?

Ich habe zu diesem Thema einen aufschlußreichen Artikel gefunden. https://meinfaktotum.wordpress.com/2013/12/27/buch-genozid-von-jane-springer/ Darin wird unter anderem die Frage gestellt, wie die Anzahl der Opfer auf die Nächstenliebe wirkt.

Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Dazu ist es doch erst nötig, jemanden als den Nächsten zu identifizieren. Genau. Das ist es. Aber bitte wohl überlegt, und dann mit Herzblut.
So ungefähr.

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5 Gedanken zu „So Tage!

    1. mickzwo Autor

      Ich habe Dir zu danken. Ich wollte erst alles in den Kommentar packen. Es wurde jedoch von mal zu mal immer länger. Darum der eigene Beitrag. Dein Artikel trifft eben die Zwickmühle, die wir alle doch empfinden und dennoch nie so ganz auflösen können.

      Antwort

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