Josef

Küren is kakeln und kakeln is modern.

Wir sitzen da,
du bist ganz nah.
So dann und wann
seh ich Dich an.
Das macht viel Spass,
ganz leicht geht das.

Josef: Katzoff, Gastronom, Mondscheinbauer, Lagerist. Familienvater. Kurz: ein fleißiger Mann. Manchmal voll von unterschwelliger Ungeduld. Trotzdem mutig und besonnen. War gut im ‚Loslassen‘. Konnte Zentrum sein und zur gleichen Zeit unscheinbar.

Als Gastgeber fühlte er sich in seinem Element, er war ein guter. Immer großzügig, und achtsam im Detail. Er war niemals protzig, eher sparsam und bauernschlau. Drängelte sich nicht auf, war aber immer da.

Er beachtete Traditionen, hatte aber genaue Vorstellungen über die Zukunft. Dem Fortschritt sah er froh entgegen, wollte ihn kaum mitgestalten, eher schon genießen. Bei all seiner Modernität blieb er ein Mann aus dem neunzehnten Jahrhundert.

Stammte aus dem Hinterland, das war ihm zu eng. Auf dem Weg in die große Welt kam er durch dieses Dorf. Letztlich blieb er hier hängen, wohl wegen C, die sein Zentrum wurde. Vielleicht fand er hier das Große im Kleinen.

Gestorben ist er fröhlich, im Kreise seiner Freunde.
Ich habe Jahre später noch Zwiesprache mit ihm gehalten.
Noch heute kann ich Sirenen von Rettungswagen nicht ausstehen.

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Ein Gedanke zu „Josef

  1. kaetheknobloch

    In willi habe ich mich ja recht flugs verschossen, aber der ernst, der scheint mir ein Famosinsherzgucker zu sein. Den muß man im Stillen mögen. Danke für diesen Warmmachtext, Ihre Frau Knobloch.

    Antwort

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