Tod des Bäckers

tod des bäckers (überschrift)

bäckersfrau und bäckerbube
stehen in der bäckerstube
des nachts, bei licht
– es ist halb vier
der bäcker bäckt nicht
und trinkt bier
seit stunden schon
in seinem zimmer
und lächelt hohn
beim kerzenschimmer
weil bäckersfrau und bäckerbube
backen in der bäckerstube.

so geht es schon drei tage lang
und manchmal hört man auch gesang
aus bäckermeisters feierzimmer
wo er so sitzt bei kerzenschimmer.

die bäckersfrau hat viel verdruß
weil sie doch immer backen muß.
jetzt ist es zeit für eine wende
denkt bäckers frau und geht behände
bewaffnet in die feierstube
allein, jetzt bäckt der bäckerbube
mit freude einen schokokuß
doch in die stille kracht der schuß
gefeuert von der bäckersfrau
auf ihren mann, die faule sau.
der schokokuß des bäckerbuben
ist bei dem Schuß dann noch zerstoben.
..
willi 1987

Nachsatz:
Ursprünglich hatte willi nicht ‚Schokokuß‘ verwendet. Wir alle wissen, ist das Wort N****kuß heute nicht mehr politisch korrekt. Ich glaube fest, dass seit diesem – nennen wir es mal – Vorfall die Sitte in Backstuben aufkam, frische(!) Brötchen zu zerteilen, um zwischen die beiden Hälften ein mit Schokolade überzogenes Etwas aus Eiweißschaum, auf einem Waffelboden (der stark an Esspapier gemahnt), zu quetschen. So gesehen war das Ableben dieses Bäckers gleichsam der Tod dieses schrecklichen N-Wortes und die Geburtsstunde einer lukullischen Spezialität. Das Bäckergedächtnisbrötchen war also geboren. Ein Genuss für breite Teile der Schülerschaft. willi scheint das vollkommen zu ignorieren. Sowas!

mick 2013

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