Harz (punktuell)

Wenn ich das Murmeln des Wassers auch noch mit auf das Motiv bekäme, würde ich das Photo machen. Sprachs und verzichtete dann geflissentlich.

Wir hatten in Zellerfeld Quatier genommen. Dort gibt es in der Hauptsache Bergbau; einerseits museal, andererseits universitär. Etwas verschlafen, aber sehr putzig zu dieser Jahreszeit. Heine war schon da, Goethe mindestens in Goslar.

Tillys Truppen gehören zu den eher ungeliebten Gästen. So konnte dieser Ort unsere Einquatierung mit Gelassenheit erdulden. Kamen wir doch für den Schaden auf. Sonne und Wind taten ihr Bestes. Das Wetter war wie bestellt.

Von Zellerfeld aus ging es dann ins Okertal und zu dessen Stausee. M. hatte sich einen Track ausgesucht, den wollten wir mit Hund erwandern. Auf den Klippenweg ging es; eine Tour mit Blick auf die Oker.

Der Weg wurde abgeschritten. Anfangs mehr rauf als runter. Zum Ende hin dann umgekehrt. U. mit dem Hund und meiner – zumeist – Angebeteten voran. M., ein Ohr für mich habend, immer die Koordinaten im Blick und ich – lustwandelnd – hinterher.

Der Harz: Fichten, Fichten, junge Buchen und Birken, Wald satt. Berge, Brocken und so, Kästhäuser, Ziegen und anderes Getrier, Klippen. Klippen mit Namen und welche ohne, auch welche mit Rastplatz oder Rastplätze ohne Klippen. Aussichten wohin das Auge reicht. Wasser.

An so manchen Stellen hätte C. gestreikt, wie der Hund. Im Gegensatz zum Hund war C. ja nicht mit gekommen. Was in diesem Falle auch gut war. Konnte man den Hund doch zwischenzeitlich an die Leine nehmen oder mit Stöckchenwerfen andererseits ablenken.

Ich liebe es einfach, planlos durch die Gegend zu laufen. (Sich auf andere verlassen zu können, wie komfortabel!) Die Luft und das Licht zu genießen, die Landschaft und die Ausblicke wirken zu lassen; die Gefährten zu erleben und mit ihnen Belanglosigkeiten auszutauschen.

Auf solch einer Tour bekomme ich nichts mit außer das, was hier und jetzt geschieht. Danach ist vieles so relativ. Fabelhaft.

mick im Harz (2013)

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5 Gedanken zu „Harz (punktuell)

  1. mickzwo Autor

    Hat dies auf Alles mit Links. rebloggt und kommentierte:

    „Wenn wir das erzählen, dann wird es ja öffentlich“, sagte plötzlich einer.
    Und alle nickten verständig.
    „Ich hab’s!“ bemerkte die Klügste von allen: „Machen wir es doch inkognito …“
    „Inkonito wird es gehen“, wurde ihr versonnen beigepflichtet, „außerdem ist es versprochen!“
    „So machen wir’s.“ Alle lächelten (sogar C. konnte damit leben).

    Antwort
    1. mickzwo Autor

      Die Kommunikation (verbale und noch mehr die nonverbale) ist unglaublich. Man ist gleichzeitig damit beschäftigt, auf die Gefährten zu achten und dabei sein Inneres zu erforschen. So ein Ausflug wird schnell zu einem Erlebnis in einer anderen Welt. Das macht sicher auch die Fremdheit der Umgebung.

      Antwort

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