Ende eines Westerns

Nicht immer hat man einen Elefanten für den Porzellanladen zur Hand.

Im wilden Westen benötigte man gelegentlich gewisse Mengen an Nitroglyzerin. Angeblich  zur Sprengung von Bergwerksstollen in Goldminen usf. Diese hochsensible Substanz wurde unter großen Sicherheitsvorkehrungen zum jeweiligen Einsatzort über Land geschafft. Jede kleinste Erschütterung konnte ein Unglück bedeuten.

Die Kutscher befanden sich in ständiger Lebensgefahr. Auch darum dachte man sich allerlei Vorrichtungen aus, die Explosionsgefahr zu mindern. Nitro war schließlich teuer. Vor allem kam es darauf an, das Material vor den Stößen und Erschütterungen abzuschirmen.

Schlechte Wege, unruhige  Pferde aber auch unbegabte  Kutscher, oder nicht selten auftretende  Rad- und Achsenbrüche, waren nicht zu ignorierende Herausforderungen. Auch kam es darauf an das Material vor  Überhitzung zu schützen.  Solches konnte in den Wüstenregionen im südwesten Nordamerikas durchaus geschehen.

Man füllte das Material in, mittels Stöpsel vorsichtig zu verschließende, kleine Fläschchen.  So ein Fläschchen wurde nun freischwebend so in einen Behälter gehängt, dass es kaum anstoßen konnte. Zudem wurde der Behälter mit Wasser gefüllt, was einerseits zusätzlich für Stoßdämpfung sorgte und zum anderen geeignet war, das Material noch einmal kühl zu halten.

Diese Kästen verstaute man nun auf diese legendären Planwagen, die ja bekanntlich immer gen Westen zogen. Trotz aller Mühen und Finessen gab es immer wieder tragische Unfälle. Der Unverstand mancher Kutscher war dermaßen groß, dass sie es trotz aller umfänglichen Sicherheitsvorkehrungen fertig brachten, eines der Fläschchen mit dem Material an-zu-ticken.

Gerade überfällt mich der Gedanke, vielleicht tickten sie die Fläschchen an weil … nein! Das kann nicht sein. Manche vergaßen einfach nur den Wasserstand zu kontrollieren. Im Ergebnis war es jedenfalls immer gleich: Ein absolutes Chaos von Menschen und Material. Von den Tieren sprach eh keiner. Und dann … kommt immer so ein baumlanger Cowboy vorbei.  Der muß hier vorbeigehen, weil sein Pferd irgendwo in der Wüste krepierte.

Den Sattel hat er mitgenommen, für alle Fälle. Der sieht das Chaos schon von Weitem. Hatte es in seiner Nase, der alte Scout. Alles was er sowieso schon weiß, ist dir jetzt auch klar. Kaum merklich nickt er bei diesem Anblick (du nickst mit) und spuckt (wehe, aufmeinenteppich!),  spuckt also dabei mit etwas gleichgültig – angewiderter Miene einen viertelliter Kautabak in den Sand von Arizona, genau neben das Chaos. GREENHORNS!

Well, er fängt sich eben einen dieser herumstreunenden Mustangs, steigt auf und reitet, regungs – aber nie achtlos! – vorbei an so einem Kaktus in die schon reichlich untergehende Sonne.  Bei aller Wertschätzung für die Legitimität des Nichtraucherschutzes: Wie, bitteschön,  soll man sich da das Rauchen verkneifen? Im wilden Westen sind Lösungen einfach, zumindest für das Material.

FREEDOM IS JUST ANOTHER WORD FOR NOTHING LEFT TO LOOSE, J.Joplin

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s