Willi und die Musik

willi saß mal wieder so bei sich rum. Dann flötete er schon mal vor sich hin. Bei sich so rumsitzen und so vor sich hinflöten. willi trieb die Zeit vor sich her und er meinte, er spüre, wie die alte Weltkugel sich langsam dreht. So langsam, wie die Melodie sich drehte, die er gerade erfunden hatte. Wie eine große Kugel drehte sie sich und alles war gut.

Wurde willi dann stumm, so war das nicht plötzlich, eher sachte. So sachte, wie ein Blatt manchmal im Spätsommer zu Boden gleitet, weil der Wind, die Sonne und die Trockenheit ihm schmeichelhaft klar machen, dass der Sommer sich bald verabschiedet. Genau wie die Zeit, trieb willi seine Melodie vor sich her. Wenn er dann wieder flötete begann er genau so sachte, wie er verstummt war. Dann war willi der Herr der Zeit, der Herr der Musik und der Herr aller Träume. willi war ein guter Herr, wenn er so bei sich rumsaß und vor sich hinflötete.

Manchmal wenn willi schwach war, wünschte er sich, dass er die Noten verstünde, damit er so eine Melodie aufschreiben und wiederholen könne. Wenn willi jedoch bei sich so rumsaß und vor sich hinflötete, dann konnte er über solch ein Verlangen nur lächeln. Überhaupt lächelte willi dann über jedes Verlangen. willi war ein sehr erhabener Herr über die Zeit über die Musik und auch über die Träume. Wenn willis Kopf dann ganz leer wurde, konnte es passieren, dass er langsam abhob.

Er machte dann einen Ausflug zu den zwitschernden Vögeln. Er flog eine Pappelallee entlang und gratulierte Frau Sperling zu ihrem Nachwuchs. Oder er flog auf den Himalaja und trank mit freundlichen Tibetern grünen Tee. Oder er flog zu seinem Freund dem Pottwal, von dem er sich dann eine Weile durch die südlichen Meere schaukeln ließ. Der Pottwal war sehr alt und ließ sich zum Dank von willi etwas vor flöten. Wenn es Abend wurde, setzte sich willi manchmal zu Herrn Amsel auf den Dachfirst. Er flötete dann nicht.

willi war zwar der Herr der Musik, aber Herr Amsel war die Musik selbst. Ein guter Herr weiß eben, wenn er zu schweigen hat. Wenn Herr Amsel dann zu Ende gesungen hatte, bedankte sich willi und flog wieder nach Hause, froh, dass er Augen hatte, die etwas sehen konnten, dass er Ohren hatte, die etwas hören konnten und Flügel besaß, mit denen er fliegen konnte. Schon schön.

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Ein Gedanke zu „Willi und die Musik

  1. kaetheknobloch

    Ach, ich glaube, ich verliebe mich gerade ein wenig in willi. Und kann dann doch über solches Verlangen auch gleich ihm nur still lächeln. Ich fliege einfach mal mit ihm mit und wenn der Amselrich, der am Ende des Hauses beheimatet ist, auf seiner Dachfirstbühne jubiliert kann ich den willi daneben lauschend sitzen sehen. Danke.

    Antwort

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