Unachtsamkeiten, zärtlich

Marie, die liebte Frieder
doch Frieder kam nicht wieder
der träumte nur von Rita
die lieber mochte Dieter
der Dieter für sich selber
verehrte nur die Helga
die war nicht mehr bei’nander
sah sie den Alexander
der mit Marie selbander
im Park spazieren ging..
welch wundersames Ding:
denn Frieder wieder träumte
von Rita, die schön fühlte
wenn sie nach Dieter schielte
dem nur die Helga fehlte
das war die, die sich so quälte
um diesen Alexander, der war der auserwählte…

(in 100 Jahren ist das lustig.)

Nur die Sehnsucht ist einfach.
Zärlichkeit!

Zärtlich, zärtlich, zärtlich.

Es geht um die Zeit, in der einer ausreden kann, um die Zeit, die einer verliert, ohne etwas zu vermissen. Treulosigkeit heißt nicht Katharina oder Johannes. Treulosigkeit heißt wie spät ist es eigentlich? wenn ich neben dir sitze. Das kommt vor. Solange wir uns das verzeihen können, ist es gut.

Liebe ist die machtlose Freude an dir und meine Hilflosigkeit, wenn du traurig bist. Es ist die Findigkeit, dich lächeln zu machen. Es ist die Sicherheit, das du mich anlachst, wenn ich albern bin. Nur weil du nicht wissen willst, wie stark ich bin, bin ich es.

Nur weil du mich nicht besitzen willst, gehöre ich dir.

Weil ich anders bin, können wir uns verständlich machen. Es geht um die Zeit, und was wir damit anfangen: Meine Zeit ist meine Zeit. Deine Zeit ist deine Zeit. Haben wir aber unsere Zeit und ist sie nicht gestohlen, sind wir perfekt.

In meiner Zeit zweifle ich manchmal, ob du mich verstehst. In deiner Zeit zweifelst du manchmal, ob ich dich verstanden habe. Unsere Zeit ist darum so spannend, weil wir uns danach betasten und nicht dabei auf die Uhr schauen.

Gut. Man ist erwachsen! Man hat Termine. Das ist eine Entschuldigung und manchmal sogar verzeihlich.

Unverzeihlich ist es, am Ende genau zu wissen, wie lang die Zeit war, ohne daß man auf die Uhr gesehen hat. Das ist Zeitverschwendung, weil du bei der Uhr warst und nicht bei mir. Mich verletzt kein anderer. Mich verletzt die Zeit, die nicht meine war.

Nur weil du dir gehörst, gehört dir deine Zeit. Schenkst du mir deine Zeit, gehörst du mir – genau so lange, wie du mir deine Zeit schenkst. Und schenke ich dir meine Zeit, gehöre ich dir.

Und wem was gehört, kann damit machen, was er will.

Man kann nicht verschenken, was man nicht besitzt. Und man besitzt sich nur, wenn man sich selbst liebt. Nur weil ich in mich selbst verliebt bin kann ich dich lieben.

Ich liebe diesen Willi, der ständig über sich stolpert, der das Chaos gern hat und deswegen sehr ordentlich ist; der nur mutig ist, weil er Furcht für etwas Unanständiges hält, der aber Angst hat und stolz auf seine Tränen ist. Willi, der sehr gescheit ist und gemerkt hat, daß er sich seine vielen Irrtümer selbst verzeihen muß, weil er es unanständig findet, wenn er sie von anderen schadenfroh angekreidet bekommt. Willi, der sich in endlosen Träumen verfransen muß, damit er beim Wachsein nicht wahnsinnig wird. Willi, der immer unsicher ist, ob er das Richtige tut und der mit traumwandlerischer Sicherheit seine Fehler begeht, nur weil er wissen muß, wie das ist. Willi, der immer cool ist, außer du hast dir weh getan …

Egoisten mögen sich selber nicht. Darum fürchten sie auch immer, daß sie zu kurz kommen und sind neidisch. Es gibt diese Zeiten, wo der weg zum Mond näher ist, als der weg zu einer Umarmung mit einem geliebten Menschen. Und wenn ich dann in dieser endlosen Trostlosigkeit ein Liebespaar sehe, so ein frisches, das sich gar nicht mehr loslassen will, dann geht es wieder, und ich wünsche ihnen von Herzen einen guten Appetit bei ihrem endlosen Kuss.

Das ist sehr subjektiv, und darum vollkommen wahr 😉

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Ein Gedanke zu „Unachtsamkeiten, zärtlich

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