Oma Frieda

Oma Frieda kam als Mädchen aus Ostpreußen in den Westen.
Sie wollte dort ihr Glück machen; zu Hause fand sie es nicht.
So etwas in der Art.
In letzter Zeit denke ich oft, was die wohl alles gedacht hat. Manchmal glaube ich sie sprechen zu hören.
Das ist natürlich Quatsch. Es hat auch nichts mit Esoterik zu tun.
Aber wenn ich so am Frühstückstisch mit anderen sitze… man oh man!

Oma Frieda stellt fest

Man soll ihn nur lange genug gehen lassen.
Dann kommt er schon.

Entweder er kommt, oder er kommt nicht.
Aber wenn er kam, dann war er da.
Mehr gibbet dazu nich zu sagen.

Erster Zusatz:
Watt nich is, datt is nich.
Zweiter Zusatz:
So isset.

Opa August, und die Mustererkennung (mittags)

Gon er nu rin oder raut, du olle saukopp!
Ansprache von Opa August an den hauseigenen Kater, nach dem er (der Kater) ihm (dem Opa) die mittägliche Ruhepause im Zimmer gehörig verdorben hatte.
Danach entließ er den Kater abermals nach draußen.

August zog dann zu Frieda, der Praktikabilität willen und das war in etwa so:
Irgendwann ist der hauseigene Kater gestorben. Oder weggelaufen; man weiss es nicht. Gewiss ist aber, dass Opa August und Oma Frieda in wilder Ehe lebten. Weniger der Liebe wegen als des Geldes. Auf jeden Fall sagte Opa August einmal: Friedchen, was brauchste für’n Sonntagsservice? Ich geh auf den Rummel.
Friedchen war für blaues Dekor. Nachdem das besprochen war nahm Opa August den jüngsten Enkel an die Hand und ging los. Zurück kamen die beiden mit dem Service im blauen Dekor. Womit sonst?
Geld regiert die Welt! pflegte Opa August ab und an zu sagen.
Ach August…, schien Oma Frieda zu denken. Sie rührte dann im Topf. Oder sie schälte Kartoffeln. Die Schalen waren für das Schwein der Nachbarn. Die Oma bekam wohl später eine Leberwurst dafür.
Einmal hatte Oma Frieda ein paar Eierlikörchen zu sich genommen. Da trug es sich zu, dass sie polnische Volksweisen sang. Das tat sie nur nach Eierlikör, wie mir glaubhaft gemacht wurde.  Sonst war sie jeglicher fremdsprachlichen Betätigung abhold.

Oma Frieda fand unter anderem auch das ganz normal, wie es schien. So ein Enkel kam da schon ins Grübeln; auch wegen des Porzellans.

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