Das kommt von borgen. Geborgenheit hat man nicht. Man bekommt sie. Und weil sie geborgt ist, weiß man nie ganz genau, wie lange man sie hat. Kommt sie abhanden, darf man sich kaum beklagen, denn sie ist kein Eigentum. Gerechterweise kann der Eigentümer sie nicht für sich selbst verwenden. Schlechtenfalls gibt er sie nutzbringend weiter. Er ist dann ein Kaufmann. Widerwärtig. Weil ich nicht einsam sein will, wenn ich allein bin, erzähle ich einer Maschine meine Gedanken. Lieber bekäme ich etwas erzählt; da wird das Borgen schon sehr verwickelt.
Niemand möchte Schulden haben. Das gilt als unfein. Darum nennt man so etwas im Bankgeschäft auch eine Belastung. Dieses Denken ist so tief verwurzelt, daß die Menschen ihre Schulden verheimlichen und rot werden, wenn sie darauf angesprochen werden. Aber die ganze Welt lebt von Schulden. Die größten Reichtümer werden damit produziert. Nicht Brasilien oder die DDR haben die meisten Schulden. die USA, das reichste Land der Erde, hat zugleich den größten Schuldenberg.
Komischerweise kann man nur Schulden machen, solange die anderen glauben, man hätte es nicht nötig.
Wer Kredit will muß erst einmal großzügig sein. Die reichen Leute geben niemals ihr eigenes Geld aus. Sie machen Schulden. Immer wieder werden an der Börse Leute ruiniert, weil es ein Gerücht gab, sie seien in Geldnot. Daraufhin macht niemand mehr ein Geschäft mit ihnen. Bis sie wirklich in Not sind, dauert es dann nicht mehr lange. Kein vernünftiger Kaufmann investiert in aussichtslose Aktien.
willi hat 1987/88 mal über den Begriff Geborgenheit nachgedacht; irgendwie passt das jetzt zu Stand by Me und John Lennon. Das ist alles.
